Jazz trifft Lyrik am CJD Elze

Elze: „Jazz trifft Lyrik“ – diesem Motto waren Schüler, Eltern und Mitarbeiter der CDJ Christophersschule in den Hallen der Musikschule gefolgt, um drei besonderen Künstlern aus Walsrode ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Pianist und Musikpädagoge Andreas Oesterling beeindruckte mit Eigenkompositionen, die in der Synthese mit den einfühlsamen Gedichten des Lyrikers und Arztes Thomas Bartsch das Publikum überraschten. Keine bloße Rezitation fremder Verse, das Zusammenspiel beider Kunstformen versetzte die Zuschauer in Entzücken. So etwas wie Jazz und Lyrik will erlebt sein. 

Ulrike Bartsch begleitete ihren Mann. Abwechselnd präsentierten beide Interpreten sprachlich ausgefeilte, facettenreiche Texte aus seinen Lyrikbänden, die mit den herausfordernden und immer wieder überraschenden Klavierstücken von Andreas Oesterling dialogisierten. Das Zwiegespräch mit Kreativität ließ die Zuhörer in sich gehen.

Die weiche melodische Stimme als weiblicher Gegenpart bereichert die eindrucksvollen Bilder, die beide Herren mit ihrer Musik und ihren Gedichten zu initiieren in der Lage sind. Die leidenschaftlich-virtuos gespielten Musikstücke brachten dem Künstler stürmischen Beifall.

Das Ehepaar Bartsch hat übrigens an der Elzer Christophorusschule die ersten nachhaltigen Impulse gewonnen. Aus der Beschäftigung mit den lyrischen Werken von Hermann Hesse, Joseph von Eichendorff oder auch Gottfried Benn erwuchs die Leidenschaft, selbst Gefühle, prägende Alltagssituationen oder andere ansprechende Erlebnisse in Form von Gedichten zu versprachlichen.

Seit eineinhalb Jahren fließt die Komponente Jazz ein. Denn wo Poesie nicht in erster Linie für Leser, sondern für Hörer gemacht wird, ist nach Meinung von Thomas Bartsch und Andreas Müller-Oesterling die gemeinsame Wurzel zu spüren: in der Magie des Klangs, in der Rhythmisierung des Silbenfalls und der Melodisierung des Sprechduktus.

Vielleicht bietet gerade diese Herangehensweise einen neuen Zugang für den eher stiefmütterlich behandelten Zweig der Literatur beziehungsweise des Literaturbetriebs die Lyrik.

Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung – 21. Mai 2008